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Diagnose


Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, Überreaktionen gegen zahnmedizinisches Ersatzmaterial zu bestimmen.

Unter anderem können folgende Tests Klarheit über bestehende Überempfindlichkeiten schaffen:

* Lymphozyten-Transformationstest
* Basophilen-Degranulationstest
* Effektorzell-Typisierung
* Titan-Stimulationstest
* Genetische Entzündungsneigungs-Bestimmung

* Lymphozyten-Transformationstest

Hierbei wird eine Blutprobe zentrifugiert, die Lymphozyten werden kultiviert und dann mit Materialproben inkubiert. Nach sechs Tagen werden die Lymphozyten mithilfe von radioaktiv markiertem Thymidin gemessen. Eine deutlich erhöhte Lymphozytenvermehrung im Vergleich zu einer Leerprobe zeigt eine Typ-IV-Zell Allergie an (verzögerter Typ). Der Test funktioniert mit Metall(salzen), Methakrylaten und Zusatzstoffen, Wurzelfüllmaterialien, Keramik inklusive Zusatzstoffen sowie Zementen. Für Amalgambestandteile erfasst er die allergische Komponente. Mittlerweile kann man auch Proben unbekannter Materialien einsenden.

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* Basophilen-Degranulationstest

Zeigt eine Typ-I-Sensibilisierung (Ig-E-vermittelter Soforttyp, Pseudoallergie) bei Metallen extrem selten, bei Kunststoffen aber häufig. Auch hier sind prinzipiell individuelle Proben testbar, bei Kunststoffen sollte die Kostenfrage allerdings zuerst abgeklärt werden. Auch anwendbar als Test für Unverträglichkeit gegenüber Lokalanästhetika.

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* Effektorzell-Typisierung

Eine nachgewiesene Sensibilisierung muss nicht immer klinisch relevant sein. CD-25-T-Zellen können die Toleranz aufrechterhalten, in dem sie Interleukin 10 produzieren. Bei solchen Patienten kann man die Materialien belassen. Bei Patienten, die mit einer Erhöhung von Interferon reagieren, sollte das jedoch Material entfernt werden; es handelt sich um eine zytotoxische Reaktion.

Dieser Test funktioniert auch mit Mercaptan, Thioether, Puteszin und Skatol, um die immunologischen Folgen einer Herderkrankung zu erfassen.

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* Titan-Stimulationstest

Titan ist ein Sonderfall. Klassische Allergien dagegen sind extrem selten, was uns die erfolgreiche Verwendung von Endoprothesen bestätigt. Titan kommt im Körper nicht in ionisierter Form vor, es reagiert nicht mit körpereigenen Proteinen, sondern wird oxidiert. Abriebpartikel werden durch Makrophagen phagozytiert, die dann osteoresorptive Zytokine (Tumornekrosefaktor/TNF ; Interleukin 1) ausschütten.

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* Genetische Entzündungsneigungs-Bestimmung

Interleukin α, Interleukin β und TNF α sind entzündungsfördernd, dagegen ist der

Interleukin-.1-Rezeptorenantagonist hemmend. Diese Faktoren regulieren eine normal ablaufende Entzündung und halten die pro-entzündliche und die anti-entzündliche Antwort in Balance.

Es gibt vier Stufen einer nicht balancierten Entzündungsantwort. Am meisten betroffen sind Patienten, die alle pro-entzündlichen Faktoren erhöht, den Rezeptorantagonisten jedoch vermindert produzieren; man nennt sie „High Responder“ bzw. Grad vier.

High Responder haben öfter chronische Entzündungen wie Parodontose, Multiple Sklerose, Rheumatoid-Arthritis bis hin zu Asthma. Die Therapie muss demnach eine Reizeliminierung sein. Immunstimulierende Maßnahmen sind hier fehl am Platz. Auch Zahnimplantate aus Titan sind in diesem Fall riskant, weil Interleukin α und TNF α auch den Knochenabbau fördern und den Knochenaufbau hemmen (als Alternative werden hier Keramik-Implantate verwendet). Bei Parodontitis gibt uns diese Bestimmung die Gefährlichkeit an. High Responder dürfen demnach keine Risikozähne belassen und müssen enge Recall-Abstände einhalten.


Walter Pongratz
Dr. med. univ.
et med. dent.
Raiffeisenstr. 12
8401 Kalsdorf/Graz
Telefon:
03135/53103 
Fax:
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